Kurzfazit:
- Viel Sitzen steht in Zusammenhang mit höherem Risiko für Herz‑Kreislauf-Erkrankungen.
- Mehr Stehen zeigte keinen Vorteil beim Risiko für schwere Herz‑Kreislauf-Erkrankungen – kann aber mit orthostatischen/venösen Problemen zusammenhängen, wenn es zu viel wird.
- Die bessere Strategie: Stationäre Zeit durch sanfte, regelmäßige Bewegung unterbrechen (Walking Pad / Deskbike).
Warum Sitz‑Steh‑Schreibtische im Unternehmen oft nicht reichen
Was die Datenlage wirklich sagt (verständlich zusammengefasst)
Wearable-Daten statt Fragebogen
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Wichtigste Ergebnisse in Klartext:
- Sitzen: Viele Sitzen war mit höherem Risiko für schwere Herz‑Kreislauf-Erkrankungen (z. B. koronare Herzkrankheit, Schlaganfall, Herzinsuffizienz) verbunden.
- Stehen: Mehr Stehen zeigte keinen Zusammenhang mit geringerem Risiko für diese schweren Herz‑Kreislauf-Erkrankungen.
- Orthostatische/venöse Erkrankungen: Mehr Stehen (insbesondere über ca. 2 Stunden/Tag) war mit höherem Risiko für orthostatische/venöse Kreislaufprobleme assoziiert (z. B. Varizen/chronische venöse Insuffizienz, orthostatische Hypotonie).
Kernaussage fürs Büro:
Die Konsequenz für BGM & Office-Konzeption: „Move more“ statt „Stand more“
- Sitz‑Steh‑Schreibtische bleiben sinnvoll – aber eher als Ergonomie‑Baustein, nicht als „Gesundheitslösung“.
- Bewegungspausen müssen planbar werden, nicht nur „guter Vorsatz“.
- Die beste Lösung ist oft Bewegung im Flow der Arbeit: niedrigschwellig, leise, kontinuierlich – ohne Umziehen, ohne extra Zeitfenster.
Aktive Arbeitsplätze: Bewegung, die nebenbei funktioniert
Aktive Arbeitsplätze integrieren Bewegung direkt in die Arbeitszeit – mit geringer Intensität, aber hoher Regelmäßigkeit. Für viele Teams ist das der Unterschied zwischen „wir wollten mehr Bewegung“ und „wir machen es wirklich“.
Walking Pad am Schreibtisch
- Ideal für: konzentrierte Routineaufgaben, Calls, 1:1‑Gespräche, „Energie-Tief“ am Nachmittag
- Warum es wirkt: sanfte Schrittbewegung unterbricht stationäre Phasen besonders effektiv
- Typische Nutzung im Büro: 20–60 Minuten/Tag in Blöcken (z. B. 2×20 Min.)
Deskbike (Bürofahrrad)
- Ideal für: längere Fokusphasen, E‑Mails, Recherchen, Meetings (ohne Kamera oder mit ruhiger Trittfrequenz)
- Warum es wirkt: sehr leise, gelenkschonend, gut in Shared Offices integrierbar
- Typische Nutzung im Büro: 30–90 Minuten/Tag, auch verteilt über den Tag
Ihr habt Sitz‑Steh‑Tische? Dann ist das der nächste Schritt.
Wenn ihr bereits in höhenverstellbare Schreibtische investiert habt, ist ein Pilot mit Walking Pad oder Deskbike der konsequente „Level‑Up“: weniger stationär, mehr Energie, bessere Akzeptanz.
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Häufige Fragen aus Unternehmen
Reicht es nicht, wenn Mitarbeitende einfach öfter aufstehen?
Kurz: Es hilft – aber in der Praxis passiert es zu selten. Aktive Arbeitsplätze machen Bewegung automatisch wahrscheinlicher, weil sie in den Arbeitsprozess integriert ist.
Ist Stehen dann „schlecht“?
Nein. Stehen ist sinnvoll – nur eben nicht automatisch die Lösung. Zu viel, ununterbrochenes Stehen kann außerdem für manche Personen belastend sein (Beine/venöses System).
Muss man beim Walking Pad schnell gehen?
Nein. Im Büro geht es um niedrige Intensität. Viele nutzen bewusst langsamere Geschwindigkeit für konzentriertes Arbeiten oder Telefonate.
Für welche Rollen ist das geeignet?
Typisch sind Wissensarbeit, Support, Sales, Projektmanagement, Office‑Teams – besonders dort, wo lange Bildschirmzeit anfällt.
Wie verhindere ich „Spielzeug-Effekt“ nach 2 Wochen?
Mit einem Pilot-Setup, klaren Nutzungsanlässen (z. B. Calls), einfacher Zugänglichkeit und optionalen Team-Routinen (Slots/Reminder). Wichtig ist: niedrige Hürde, hohe Regelmäßigkeit.
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Quelle
Ahmadi, M. N., Coenen, P., Straker, L., & Stamatakis, E. (2024). Device-measured stationary behaviour and cardiovascular and orthostatic circulatory disease incidence. International Journal of Epidemiology, 53(6), dyae136. https://doi.org/10.1093/ije/dyae136

