Stehen ist kein Gesundheits-Hack – Bewegung schon

Sitzen - Stehen - Radeln
Viele Unternehmen setzen bei „gesundem Büro“ auf Sitz‑Steh‑Schreibtische. Das ist ein guter erster Schritt – aber häufig wird Sitzzeit nur durch Standzeit ersetzt. Wearable-Daten legen nahe: Der entscheidende Hebel ist nicht „mehr stehen“, sondern weniger stationär sein – und mehr Bewegung in den Arbeitstag bringen. Genau hier setzen Walking Pad und Deskbike an.

Kurzfazit:

  • Viel Sitzen steht in Zusammenhang mit höherem Risiko für Herz‑Kreislauf-Erkrankungen.
  • Mehr Stehen zeigte keinen Vorteil beim Risiko für schwere Herz‑Kreislauf-Erkrankungen – kann aber mit orthostatischen/venösen Problemen zusammenhängen, wenn es zu viel wird.
  • Die bessere Strategie: Stationäre Zeit durch sanfte, regelmäßige Bewegung unterbrechen (Walking Pad / Deskbike).

Warum Sitz‑Steh‑Schreibtische im Unternehmen oft nicht reichen

Höhenverstellbare Tische sind in vielen Büros inzwischen Standard. Trotzdem bleibt ein Kernproblem bestehen: Der Arbeitsalltag ist häufig weiterhin „stationär“ – nur eben im Wechsel zwischen Sitzen und Stehen.
Für HR, BGM und Office Management ist das entscheidend, weil es nicht nur um „Ergonomie-Möbel“ geht, sondern um messbare Gesundheits- und Leistungsfaktoren: Energielevel, Konzentration, Rücken/Beine, Krankenstand, Zufriedenheit – und langfristig auch kardiovaskuläre Risiken.
Die zentrale Frage lautet deshalb:
 
Wie bringen wir mehr Bewegung in den Arbeitstag – ohne die Produktivität zu verlieren?

Was die Datenlage wirklich sagt (verständlich zusammengefasst)

Eine große, frei zugängliche Studie hat in der UK Biobank 83.013 Erwachsene mit einem Handgelenk‑Wearable über 7 Tage erfasst und anschließend im Schnitt knapp 7 Jahre gesundheitlich nachverfolgt. Untersucht wurden Sitzen, Stehen und die Summe aus beidem (stationäre Zeit) [Ahmadi et al. 2024].

Wearable-Daten statt Fragebogen

83.013 Teilnehmende

~7 Jahre Follow-up

Wichtigste Ergebnisse in Klartext:

  • Sitzen: Viele Sitzen war mit höherem Risiko für schwere Herz‑Kreislauf-Erkrankungen (z. B. koronare Herzkrankheit, Schlaganfall, Herzinsuffizienz) verbunden.
  • Stehen: Mehr Stehen zeigte keinen Zusammenhang mit geringerem Risiko für diese schweren Herz‑Kreislauf-Erkrankungen.
  • Orthostatische/venöse Erkrankungen: Mehr Stehen (insbesondere über ca. 2 Stunden/Tag) war mit höherem Risiko für orthostatische/venöse Kreislaufprobleme assoziiert (z. B. Varizen/chronische venöse Insuffizienz, orthostatische Hypotonie).

Kernaussage fürs Büro:

„Sitzen ersetzen durch Stehen“ ist zu kurz gedacht. Entscheidend ist, stationäre Zeit regelmäßig durch Bewegung zu unterbrechen.

Die Konsequenz für BGM & Office-Konzeption: „Move more“ statt „Stand more“

Wenn Stehen allein das kardiovaskuläre Risiko nicht sichtbar senkt, ist die logische Ableitung für Unternehmen:

 

  1. Sitz‑Steh‑Schreibtische bleiben sinnvoll – aber eher als Ergonomie‑Baustein, nicht als „Gesundheitslösung“.
  2. Bewegungspausen müssen planbar werden, nicht nur „guter Vorsatz“.
  3. Die beste Lösung ist oft Bewegung im Flow der Arbeit: niedrigschwellig, leise, kontinuierlich – ohne Umziehen, ohne extra Zeitfenster.

 

Genau dafür sind aktive Arbeitsplätze gemacht.

Aktive Arbeitsplätze: Bewegung, die nebenbei funktioniert

Aktive Arbeitsplätze integrieren Bewegung direkt in die Arbeitszeit – mit geringer Intensität, aber hoher Regelmäßigkeit. Für viele Teams ist das der Unterschied zwischen „wir wollten mehr Bewegung“ und „wir machen es wirklich“.

Walking Pad am Schreibtisch

  • Ideal für: konzentrierte Routineaufgaben, Calls, 1:1‑Gespräche, „Energie-Tief“ am Nachmittag
  • Warum es wirkt: sanfte Schrittbewegung unterbricht stationäre Phasen besonders effektiv
  • Typische Nutzung im Büro: 20–60 Minuten/Tag in Blöcken (z. B. 2×20 Min.)

Deskbike (Bürofahrrad)

  • Ideal für: längere Fokusphasen, E‑Mails, Recherchen, Meetings (ohne Kamera oder mit ruhiger Trittfrequenz)
  • Warum es wirkt: sehr leise, gelenkschonend, gut in Shared Offices integrierbar
  • Typische Nutzung im Büro: 30–90 Minuten/Tag, auch verteilt über den Tag

Ihr habt Sitz‑Steh‑Tische? Dann ist das der nächste Schritt.

Wenn ihr bereits in höhenverstellbare Schreibtische investiert habt, ist ein Pilot mit Walking Pad oder Deskbike der konsequente „Level‑Up“: weniger stationär, mehr Energie, bessere Akzeptanz.

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Häufige Fragen aus Unternehmen

Reicht es nicht, wenn Mitarbeitende einfach öfter aufstehen?

Kurz: Es hilft – aber in der Praxis passiert es zu selten. Aktive Arbeitsplätze machen Bewegung automatisch wahrscheinlicher, weil sie in den Arbeitsprozess integriert ist.

Ist Stehen dann „schlecht“?

Nein. Stehen ist sinnvoll – nur eben nicht automatisch die Lösung. Zu viel, ununterbrochenes Stehen kann außerdem für manche Personen belastend sein (Beine/venöses System).

Muss man beim Walking Pad schnell gehen?

Nein. Im Büro geht es um niedrige Intensität. Viele nutzen bewusst langsamere Geschwindigkeit für konzentriertes Arbeiten oder Telefonate.

Für welche Rollen ist das geeignet?

Typisch sind Wissensarbeit, Support, Sales, Projektmanagement, Office‑Teams – besonders dort, wo lange Bildschirmzeit anfällt.

Wie verhindere ich „Spielzeug-Effekt“ nach 2 Wochen?

Mit einem Pilot-Setup, klaren Nutzungsanlässen (z. B. Calls), einfacher Zugänglichkeit und optionalen Team-Routinen (Slots/Reminder). Wichtig ist: niedrige Hürde, hohe Regelmäßigkeit.

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Quelle

Ahmadi, M. N., Coenen, P., Straker, L., & Stamatakis, E. (2024). Device-measured stationary behaviour and cardiovascular and orthostatic circulatory disease incidence. International Journal of Epidemiology, 53(6), dyae136. https://doi.org/10.1093/ije/dyae136

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