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Welche 10 Präventionsleistungen gibt es im Betrieb?

Welche 10 Präventionsleistungen gibt es im Betrieb?
Welche 10 Präventionsleistungen gibt es? Erfahren Sie, welche Maßnahmen im Betrieb wirken, wie sie Mitarbeiter erreichen und dauerhaft genutzt werden können.

Bewegungsmangel ist kein Randthema im Büro. Er trifft Konzentration, Energie, Rücken und langfristig auch Fehlzeiten. Wer fragt, welche 10 Präventionsleistungen gibt es, sucht deshalb meist nicht nach einem weiteren Gesundheitsevent, sondern nach Maßnahmen, die im Arbeitsalltag tatsächlich ankommen. Genau dort entscheidet sich der Erfolg: Nicht die Anzahl gebuchter Angebote zählt, sondern ihre regelmäßige Nutzung.

Es gibt keine bundesweit verbindliche, abschließende Liste von exakt zehn Präventionsleistungen. Gesetzliche Krankenkassen fördern Prävention vor allem in den Bereichen Bewegung, Ernährung, Stressbewältigung und Suchtmittelkonsum. Für Unternehmen entsteht daraus ein breites Spektrum an Leistungen. Die folgenden zehn Maßnahmen zeigen, was in einer wirksamen betrieblichen Präventionsstrategie konkret enthalten sein kann.

Welche 10 Präventionsleistungen gibt es im Betrieb?

1. Bewegungsförderung am Arbeitsplatz

Bewegung ist die zentrale Präventionsleistung für Büroteams, weil sie direkt am größten Risikofaktor ansetzt: langem, ununterbrochenem Sitzen. Dazu gehören Bewegungsimpulse im Tagesablauf, kurze Aktivpausen, ergonomische Arbeitsplatzgestaltung und aktive Arbeitsplätze mit Walkingpads oder Deskbikes.

Der entscheidende Unterschied liegt in der Umsetzung. Ein Rückenkurs nach Feierabend erreicht oft nur einen kleinen Teil der Belegschaft. Ein bewegungsfreundlicher Arbeitsplatz macht Aktivität während der Arbeitszeit möglich. Das senkt die Zugangshürde drastisch, sofern Regeln, Einführung und Nutzungskultur klar sind.

2. Ergonomieberatung und Arbeitsplatzanalyse

Ergonomie ist mehr als ein höhenverstellbarer Schreibtisch. Eine professionelle Analyse prüft Bildschirmhöhe, Sitzposition, Licht, Greifräume, Arbeitsabläufe und Belastungsspitzen. Daraus entstehen konkrete Anpassungen, die Mitarbeitende sofort anwenden können.

Die Grenze zur Bewegungsprävention ist fließend. Ergonomie reduziert ungünstige Belastungen, Bewegung unterbricht statische Belastung. Wer nur Möbel beschafft, aber keine Einweisung und keine Verhaltensimpulse organisiert, lässt einen großen Teil der Wirkung liegen.

3. Rückengesundheit und Muskel-Skelett-Prävention

Rückenbeschwerden gehören zu den häufigsten Gründen für eingeschränkte Leistungsfähigkeit im Büro. Präventionsleistungen reichen von angeleiteten Kräftigungsangeboten über Mobilitätsübungen bis zu individuellen Beratungen bei wiederkehrenden Beschwerden.

Für Arbeitgeber ist wichtig: Solche Angebote sollten nicht erst starten, wenn Beschwerden bereits verbreitet sind. Prävention wirkt am besten, wenn sie Arbeitsbedingungen, Bewegungsverhalten und Wissen verbindet. Ein einzelner Rückenkurs kann sinnvoll sein, ersetzt aber kein System für einen aktiveren Arbeitstag.

4. Stressmanagement und mentale Gesundheit

Hohe Arbeitsdichte, ständige Erreichbarkeit und komplexe Veränderungsprozesse erhöhen die psychische Belastung. Stressprävention umfasst Workshops zu Selbstmanagement, Resilienz, Pausengestaltung, Entspannung und gesundem Umgang mit Belastung.

Das darf jedoch nicht zur Individualisierung eines Organisationsproblems werden. Wenn Termine, Rollen und Prioritäten dauerhaft unrealistisch sind, löst keine Atemübung die Ursache. Gute Prävention kombiniert persönliche Kompetenzen mit Maßnahmen zur gesundheitsgerechten Arbeitsorganisation.

5. Ernährung und Verpflegungskultur

Ernährungsangebote können Beratungen, Kochformate, Impulse zur Pausenverpflegung oder eine bessere Auswahl in Kantine und Meeting-Catering umfassen. Ihr Nutzen steigt, wenn die Arbeitsumgebung die gewünschte Entscheidung erleichtert.

Obstkorb und Wasserstation sind ein Anfang, aber keine vollständige Präventionsstrategie. Wirksam wird Ernährung im Betrieb, wenn Mitarbeitende verständliche Orientierung bekommen und gesunde Optionen im hektischen Alltag nicht die kompliziertere Wahl sind.

6. Suchtprävention und Gesundheitskompetenz

Suchtprävention behandelt Alkohol, Nikotin, Medikamente, Glücksspiel und zunehmend auch problematische digitale Nutzung. Ziel ist weder Kontrolle noch moralischer Druck. Es geht darum, Risiken früh zu erkennen, vertrauliche Unterstützung sichtbar zu machen und Führungskräfte handlungsfähig zu machen.

Zur Gesundheitskompetenz gehört auch, verlässliche Informationen zu Schlaf, Bewegung, Ernährung und psychischer Gesundheit zugänglich zu machen. Sensibilisierung allein verändert jedoch selten Verhalten. Sie braucht klare Ansprechpartner, passende Angebote und eine Kultur, in der Hilfe anzunehmen kein Karrierenachteil ist.

7. Vorsorgeuntersuchungen und Screenings

Vorsorgeuntersuchungen helfen, gesundheitliche Risiken und Erkrankungen frühzeitig zu erkennen. Dazu zählen je nach Alter, Geschlecht, individueller Situation und Krankenversicherung beispielsweise Gesundheits-Check-ups, Krebsfrüherkennung, Zahnvorsorge oder Impfangebote.

Unternehmen können den Zugang erleichtern, etwa durch Information, betriebsärztliche Beratung oder organisatorische Zeitfenster. Sie sollten aber keine Diagnosen versprechen und die Freiwilligkeit respektieren. Medizinische Daten bleiben vertraulich. Für Arbeitgeber zählt die gute Organisation, nicht der Einblick in Ergebnisse.

8. Impfprävention und Infektionsschutz

Saisonale Impfaktionen und Beratung durch den Betriebsarzt können Ausfälle reduzieren und Beschäftigte schützen, insbesondere in größeren Teams oder bei viel Kundenkontakt. Auch Hygienestandards, verständliche Kommunikation bei Infektionswellen und klare Regeln für krankheitsbedingtes Arbeiten gehören dazu.

Die konkrete Ausgestaltung hängt stark von Branche, Gefährdungsbeurteilung und betrieblicher Struktur ab. Ein reines Büro benötigt andere Schwerpunkte als Pflege, Produktion oder Logistik. Prävention ist dann gut, wenn sie reale Risiken adressiert statt ein Standardprogramm zu kopieren.

9. Führungskräftequalifizierung

Führungskräfte sind keine Therapeuten. Sie beeinflussen aber maßgeblich, ob Prävention im Team glaubwürdig wird. Wer Pausen selbst nie nimmt, Bewegung als Zeitverlust bewertet oder Überlastung ignoriert, neutralisiert selbst das beste BGM-Angebot.

Präventionsleistungen für Führungskräfte vermitteln deshalb Grundlagen zu gesundem Führen, Früherkennung von Belastungen, Gesprächsführung und Gestaltung von Arbeitsbedingungen. Besonders wirksam sind sie, wenn Führungskräfte konkrete Routinen erhalten: realistische Meetinglängen, bewegte Besprechungen, klare Erreichbarkeitsregeln und regelmäßige Team-Checks.

10. BGM-Beratung, Analyse und Implementierung

Die zehnte Leistung ist oft diejenige, die über Erfolg oder Fehlinvestition entscheidet: die systematische Einführung. Sie beginnt mit Bedarfsanalyse, Zielgruppenverständnis und einer sauber definierten Roadmap. Danach folgen Pilotphase, Kommunikation, Einweisung, Verantwortlichkeiten und eine Messung der Nutzung.

Viele Unternehmen kaufen Gesundheit ein, ohne die Einführung zu planen. Dann stehen Geräte ungenutzt in Ecken, Workshops erreichen dieselben ohnehin Aktiven und nach wenigen Wochen ist das Projekt aus dem Blick. Eine professionelle Implementierung macht aus Einzelmaßnahmen ein betriebliches Gesundheits- und Performance-System.

Präventionsleistungen finanzieren: Was Unternehmen prüfen sollten

Bei der Finanzierung kommt es auf die Maßnahme an. Gesetzliche Krankenkassen können Leistungen der individuellen Prävention und betrieblichen Gesundheitsförderung unter bestimmten Voraussetzungen bezuschussen. Häufig sind Qualitätskriterien, qualifizierte Anbieter, eine Bedarfsanalyse und eine nachvollziehbare Umsetzung relevant. Eine pauschale Zusage gibt es nicht.

Daneben können Arbeitgeber Leistungen im Rahmen des Betrieblichen Gesundheitsmanagements, über Budgets für Arbeitsschutz, Personalentwicklung oder New Work finanzieren. Steuerliche Regelungen können ebenfalls eine Rolle spielen, müssen aber im konkreten Fall mit Steuerberatung und den geltenden Vorgaben geprüft werden. Prävention, Arbeitsschutz und BGM überschneiden sich in der Praxis, sind rechtlich aber nicht identisch.

Für Entscheider ist deshalb eine Frage wichtiger als die reine Förderfähigkeit: Welches Problem soll gelöst werden? Geht es um sitzbedingte Belastungen, steigende Fehlzeiten, geringe Energie im Team oder eine attraktivere Arbeitsumgebung? Erst danach lässt sich entscheiden, welche Leistungen Priorität haben und welche Kennzahlen die Wirkung sichtbar machen.

Von der Maßnahme zur Nutzung: Der kritische Erfolgsfaktor

Ein aktiver Arbeitsplatz ist kein Selbstläufer. Mitarbeitende brauchen Sicherheit im Umgang mit Walkingpads und Deskbikes, passende Einsatzzeiten und die klare Botschaft, dass Bewegung während der Arbeit erwünscht ist. Sonst bleibt das Gerät ein gut gemeintes Symbol.

Ein belastbarer Start folgt einer einfachen Logik: klein pilotieren, Nutzung beobachten, Mitarbeitende einbeziehen und anschließend gezielt skalieren. So lassen sich Sicherheitsfragen, Akzeptanz und organisatorische Hürden lösen, bevor große Budgets gebunden werden. Work & Move setzt genau hier an: nicht bei der Hardware, sondern bei einem Einführungssystem, das aktive Arbeit dauerhaft im Unternehmen verankert.

Die beste Präventionsleistung ist am Ende die, die Beschäftigte morgen ohne zusätzliche Überwindung nutzen können. Beginnen Sie daher nicht mit einem Produktkatalog, sondern mit einem klaren Bild davon, welche Gewohnheit sich im Arbeitsalltag verändern soll.

Wie geht’s weiter? Jetzt wird aus Lesen Umsetzung.

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