Der Nackenschmerz beginnt selten mit einem dramatischen Ereignis. Meist beginnt er mit drei Stunden nahezu unbewegter Bildschirmarbeit, einem vollen Kalender und dem Gedanken: „Später stehe ich auf.“ Wer fragt, welche 5 Übungen sollte man jeden Tag machen?, sucht deshalb idealerweise nicht nach einem weiteren Fitnessprogramm. Gesucht ist ein Ablauf, der auch an Tagen mit hoher Arbeitslast tatsächlich stattfindet.
Für Unternehmen liegt genau hier der Unterschied zwischen einem gut gemeinten Gesundheitsangebot und einer wirksamen Lösung. Ein PDF mit Übungen verändert keinen Büroalltag. Fünf einfache Bewegungen, die an den Arbeitsplatz, an Routinen und an die Kultur angepasst sind, können dagegen Sitzzeiten unterbrechen, Beschwerden vorbeugen und die Konzentration stabilisieren. Entscheidend ist nicht die perfekte Übung. Entscheidend ist die regelmäßige Nutzung.
Welche 5 Übungen sollte man jeden Tag machen?
Diese fünf Übungen sind für typische Büroarbeit ausgewählt: Sie benötigen wenig Platz, keine Sportkleidung und lassen sich in kurzen Bewegungspausen umsetzen. Sie trainieren nicht den ganzen Körper wie ein vollständiges Workout. Ihr Zweck ist pragmatischer: langes Sitzen regelmäßig zu unterbrechen und Gelenke sowie Muskulatur wieder in Bewegung zu bringen.
1. Aufstehen und Hinsetzen
Vom stabilen Stuhl aufstehen, vollständig aufrichten, kontrolliert wieder hinsetzen – das ist eine der wirksamsten Alltagsbewegungen im Büro. Die Füße stehen etwa hüftbreit auf dem Boden, das Gewicht verteilt sich gleichmäßig. Wer sicher steht, kann die Arme vor der Brust verschränken und acht bis zwölf Wiederholungen ausführen.
Diese Bewegung aktiviert vor allem Beine und Gesäß, fordert den Rumpf und bringt den Kreislauf in Gang. Für Menschen, die viel sitzen, ist sie besonders wertvoll, weil sie eine Grundbewegung trainiert, die im Büro ständig gebraucht wird. Bei Kniebeschwerden oder nach einer Operation gilt: Bewegungsumfang reduzieren, eine Armlehne nutzen oder vorher medizinischen Rat einholen.
2. Wadenheben im Stand
Im Stand beide Fersen langsam anheben, kurz oben halten und wieder absenken. Zehn bis 20 Wiederholungen reichen für eine kurze Aktivierung. Die Übung passt in Wartezeiten: vor dem ersten Call, beim Drucker oder während eine Datei lädt.
Wadenheben ist unspektakulär – und gerade deshalb alltagstauglich. Es bringt Bewegung in Unterschenkel und Sprunggelenke, ohne dass Mitarbeitende den Arbeitsplatz verlassen müssen. Wer unsicher steht, hält sich leicht am Schreibtisch fest. Bei akuten Fuß-, Achillessehnen- oder Gleichgewichtsproblemen sollte die Übung angepasst oder ausgelassen werden.
3. Liegestütz am Schreibtisch oder an der Wand
Die Hände etwa schulterbreit an eine stabile Wand oder an die feste Kante eines standsicheren Schreibtischs legen. Den Körper als lange Linie nach vorn führen und kontrolliert wieder wegdrücken. Acht bis 15 Wiederholungen sind ein guter Start. Je weiter die Füße von der Wand oder vom Tisch entfernt stehen, desto höher die Belastung.
Diese Variante stärkt Brust, Schultern, Arme und Rumpf, ohne dass jemand auf dem Büroboden trainieren muss. Wichtig ist die Wahl des Möbelstücks: Rollbare, leichte oder instabile Tische sind ungeeignet. Für viele Teams ist die Wandvariante der einfachste und sicherste Einstieg.
4. Brustwirbelsäule öffnen und rotieren
Langes Arbeiten am Laptop zieht Schultern oft nach vorn und hält den Oberkörper über Stunden in einer Position. Im aufrechten Sitzen oder Stehen die Hände locker vor der Brust halten, den Oberkörper langsam nach rechts drehen, zur Mitte zurückkehren und anschließend nach links drehen. Pro Seite sechs bis zehn ruhige Wiederholungen genügen.
Die Bewegung kommt aus dem oberen Rücken, nicht aus einem ruckartigen Verdrehen der Lendenwirbelsäule. Der Kopf folgt entspannt. Wer die Übung im Stehen ausführt, kann den Blick bewusst vom Bildschirm lösen und die Atmung vertiefen. Bei Schmerzen, Schwindel oder bekannten Wirbelsäulenproblemen gilt: keine Dehnung erzwingen, sondern fachlich abklären lassen.
5. Gehen – idealerweise während einfacher Aufgaben
Gehen gehört in diese Liste, weil es die größte Lücke des Büroalltags schließt: Bewegung über Zeit. Zwei bis fünf Minuten zügiges Gehen im Büro, auf dem Flur oder im Außenbereich sind besser als das Warten auf die eine lange Sporteinheit am Abend. Für Telefonate ohne Bildschirm, kurze Abstimmungen oder Denkphasen kann ein Walkingpad am höhenverstellbaren Tisch eine praktikable Option sein.
Dabei gilt ein klarer Grundsatz: Nicht jede Aufgabe ist eine Geh-Aufgabe. Konzentrationsintensive Analysen, vertrauliche Gespräche, Tätigkeiten mit hoher Schreibgenauigkeit oder Meetings, in denen Notizen entscheidend sind, brauchen häufig Ruhe. Aktive Arbeitsplätze funktionieren dann gut, wenn Teams lernen, passende Aufgaben mit passender Bewegungsform zu kombinieren – nicht, wenn Bewegung zum Störfaktor wird.
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So wird aus fünf Übungen eine tägliche Routine
Die häufigste Fehlannahme lautet: Wenn die Übungen gut genug erklärt sind, werden sie schon genutzt. In der Praxis scheitert die Umsetzung meist an Zeitdruck, fehlenden Auslösern und sozialer Unsicherheit. Mitarbeitende wollen nicht als Einzige im Großraumbüro Dehnübungen machen, während alle anderen sitzen bleiben.
Deshalb sollte ein Unternehmen nicht zuerst nach der anspruchsvollsten Übung fragen, sondern nach dem besten Auslöser. Ein realistischer Rhythmus sind zwei bis vier kurze Bewegungspausen über den Arbeitstag verteilt. Eine Minute nach längeren Fokusphasen, zwei Minuten vor einem Regeltermin oder fünf Minuten nach dem Mittagessen reichen als Start. Die fünf Übungen müssen nicht alle am Stück stattfinden.
Ein praxistaugliches Beispiel: Vormittags zehnmal aufstehen und hinsetzen sowie Wadenheben. Nach der Mittagspause folgen Wandliegestütze und Rumpfrotation. Ein Telefonat oder eine Denkpause wird für einen kurzen Gang genutzt. So entstehen keine zusätzlichen 30 Minuten im Kalender, sondern echte Unterbrechungen der Sitzzeit.
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Nicht jede Übung passt für jede Person
Eine tägliche Bewegungsroutine ist keine medizinische Behandlung und keine Leistungskontrolle. Mitarbeitende unterscheiden sich in Fitness, Alter, Schwangerschaft, Behinderungen, Verletzungen und Tagesform. Ein guter Standard bietet klare Varianten: sitzend, stehend, mit Halt, mit kleinerem Bewegungsradius oder als kurze Geh-Alternative.
Das schützt nicht nur einzelne Personen vor Überforderung. Es erhöht auch die Akzeptanz. Wer bei aktiven Arbeitsplätzen ausschließlich sportliche, junge und ohnehin bewegungsaffine Mitarbeitende vor Augen hat, baut ein Programm für eine Minderheit. Das Ziel ist nicht, dass alle identisch trainieren. Das Ziel ist, dass mehr Menschen sicher und regelmäßig weniger sitzen.
Für Unternehmen bedeutet das zudem: Arbeitsschutz, Ergonomie und interne Kommunikation gehören von Beginn an zur Einführung. Walkingpads, Deskbikes oder Steh-Arbeitsplätze sind keine Dekoration und keine isolierte Hardwareentscheidung. Es braucht Regeln zur sicheren Nutzung, geeignete Arbeitsaufgaben, eine verständliche Einweisung und Führungskräfte, die Bewegung sichtbar mittragen.
Von der Einzelübung zum aktiven Arbeitsplatz
95 Prozent der Gesundheitsmaßnahmen verlieren an Wirkung, wenn sie nach dem Kick-off nicht in Arbeitsabläufe eingebunden werden. Das Problem ist selten fehlende Motivation allein. Häufig fehlen feste Nutzungssituationen, Verantwortlichkeiten und eine Einführung, die Beschäftigte nicht belehrt, sondern entlastet.
Genau deshalb sollte die tägliche Fünf-Übungen-Routine als niedrigschwelliger Start verstanden werden. Sie zeigt Teams: Bewegung im Arbeitsalltag muss weder peinlich noch kompliziert sein. Danach kann ein Unternehmen systematisch entscheiden, wo Stehzeiten, Gehphasen, Walkingpads oder Deskbikes sinnvoll sind und wie die Nutzung messbar begleitet wird.
Work & Move setzt dabei nicht auf den bloßen Kauf eines Produkts, sondern auf einen Einführungsprozess, der aus Ausstattung tatsächliche Nutzung macht. Das reduziert Fehlinvestitionen und schafft eine Lösung, die zu Aufgabenprofilen, Flächen und Teamkultur passt. Hier findest Du mehr Informationen zu TheActiveWorkPlace
Der beste nächste Schritt ist daher nicht, Mitarbeitenden eine weitere Liste zu schicken. Legen Sie einen konkreten Zeitpunkt für die erste zweiminütige Bewegungspause fest, machen Sie die Teilnahme freiwillig und sichtbar – und beobachten Sie, was im Arbeitsalltag wirklich funktioniert.




